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Wie weiter mit der Abdankungshalle Rosengarten?

Die SP-Fraktion hat am 15. März 2010 nachfolgende Interpellation eingereicht:

Die Abdankungshalle des Alten Friedhofs im Areal Rosengarten wurde 1872/73 erbaut. Das Gebäude hiess ursprünglich «Totenackerhalle», weil es – wie auf der Schriftplatte am Eingang zu lesen ist - auf der Westseite des ehemaligen Friedhofs «Rosengarten» steht. Die Abdankungshalle wurde durch die Stadt Zofingen für die Aufbahrung Verstorbener sowie für Abdankungen genutzt. In den letzten Jahren haben jedoch praktisch keine Abdankungen mehr darin stattgefunden, da die Angehörigen entweder eine Feier in der Stadtkirche, bei kleineren Gesellschaften im Chor der Stadtkirche oder direkt am Grab vorziehen. Dies hat sich u.a. auch so ergeben, weil das klassizistische Gebäude im Rosengarten als kalt und unpersönlich empfunden wird und die Mikrophonanlage sowie die Orgel kaum mehr gewartet werden.

Bei Todesfällen im Spital - und das macht die Mehrzahl der Todesfälle aus - steht dort ein sehr würdiger Raum zur Verfügung. Zu Hause oder in den Seniorenzentren verstorbene Personen werden häufig von dort direkt ins Krematorium überführt. Nur noch vereinzelt werden Verstorbene in den beiden Nebenräumen der Abdankungshalle aufgebahrt. Somit ist die Abdankungshalle – ein Gebäude an bester Lage und in kurzer Distanz zur Altstadt, sowie umgeben von einer kürzlich aufgewerteten Parkanlage – inzwischen ohne konkreten Verwendungszweck.

In der ER-Sitzung vom 27. März 2006 betonte der damalige Stadtrat Hansruedi Gilgen zu GK 35, Projekt und Kredit Umgestaltung Rosengartenareal betreffend Abdankungshalle folgendes (Zitat): «dass die zukünftige Nutzung bis Ende der Legislaturperiode 2006/2009 definiert wird».

In der ER-Sitzung vom 19. Juni 2006 wies Hansruedi Gilgen in der Begründung und Beantwortung einer SVP-Motion, GK 39, auf das Arbeitsprogramm des Stadtrates hin (Zitat): «dass innerhalb der Legislaturperiode, also bis spätestens 2009, nach der Umgestaltung des ehemaligen Friedhofs zum offenen „Rosengarten-Park“ auch die künftige Nutzung des „Moser-Baus“ (Abdankungshalle) geklärt ist».

Seither herrscht jedoch Stillschweigen von Seiten des Stadtrates was die zukünftige Nutzung der Abdankungshalle betrifft.

Die SP-Fraktion stellt darum in dieser Angelegenheit folgende Fragen an den Stadtrat:

  1. Welche Unterhaltskosten fallen jährlich an für die praktisch leerstehende Abdankungshalle?
  2. Welche Verwendungsmöglichkeiten sieht der Stadtrat längerfristig für die Abdankungshalle vor?
  3. Wird die Bevölkerung befragt und in den Entscheidungsprozess für die Umnutzung der Abdankungshalle mit einbezogen?
  4. Ist es richtig, dass die Abdankungshalle für kulturelle oder private Zwecke gemietet werden kann und wenn ja: Seit wann und wer ist für die Vermietung zuständig?
  5. Sieht der Stadtrat keine Unvereinbarkeit bei Vermietung der Abdankungshalle für kulturelle Anlässe und gleichzeitiger Aufbahrung von Verstorbenen in den Nebenräumen?
  6. Besteht eine Planung für Räumlichkeiten auf dem Friedhof Bergli, die für Aufbahrungen und Abdankungen verwendet werden könnten, und wenn ja: Wie weit fortgeschritten ist diese? 
Die SP-Fraktion des Einwohnerrates würde es sehr begrüssen, wenn wieder Leben in die Abdankungshalle käme. Diverse Ideen sind seit Jahren im Gespräch: Ein Rosengarten-Café wurde vorgeschlagen, ein Begegnungszentrum, Ausstellungs- oder Konzerträume, ein Mittagstisch und die Verwendung für weitere schulische Zwecke etc.
Mit der Aufführung eines Theaterstückes zur Thematik um „Tod und Leben“ wird die Abdankungshalle im kommenden Herbst wenigstens vorübergehend zu neuem Leben erwachen. Die SP-Fraktion plädiert dafür, dass Vorschläge erarbeitet werden, wie das ungenutzte Gebäude definitiv wieder der lebendigen Bevölkerung übergeben werden kann.

eingereicht am 15. März 2010 von der SP-Fraktion



Datum: Montag, 15. März 2010, 18:00 Uhr • Alter: 173 Tage

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